Bei Druckprodukten, Verpackungen und Werbemitteln können neben gestalterischen und produktionstechnischen Anforderungen auch gesetzliche Vorgaben eine Rolle spielen. Auf dieser Seite informieren wir Sie insbesondere über die europäische Verpackungsverordnung PPWR, mögliche Pflichten beim Umgang mit Verpackungen sowie über Material- und Nachhaltigkeitsaspekte bei Druckprodukten.
Welche gesetzlichen Pflichten im Einzelfall bestehen, hängt unter anderem vom jeweiligen Produkt, der vorgesehenen Verwendung, Ihrer Rolle innerhalb der Lieferkette und dem Land ab, in dem ein Produkt oder eine Verpackung bereitgestellt oder in Verkehr gebracht wird.
Die Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle – kurz PPWR für „Packaging and Packaging Waste Regulation“ – schafft einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für Verpackungen und Verpackungsabfälle.
Die Verordnung trat am 11. Februar 2025 in Kraft und gilt seit dem 12. August 2026. Einzelne Anforderungen, Übergangsregelungen und weitere Verpflichtungen werden jedoch zeitlich gestaffelt wirksam.
Ziele der PPWR sind insbesondere die Verringerung von Verpackungsabfällen, eine bessere Recyclingfähigkeit von Verpackungen, ein effizienterer Materialeinsatz und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft.
Die PPWR betrifft nicht nur klassische Versandverpackungen. Abhängig von ihrer konkreten Funktion und Verwendung können beispielsweise auch Verkaufsverpackungen, Produktverpackungen und einzelne Verpackungsbestandteile unter die gesetzlichen Regelungen fallen.
Dazu können beispielsweise gehören:
→ Faltschachteln und andere Produktverpackungen
→ Versandtaschen und Versandverpackungen
→ Papiertragetaschen
→ Geschenk- und Verkaufsverpackungen
→ Etiketten und Aufkleber, soweit sie Bestandteil einer Verpackung sind
→ Klebebänder, Einschlagmaterialien und weitere Verpackungsbestandteile.
Ob ein konkretes Druckprodukt rechtlich als Verpackung oder Verpackungsbestandteil einzuordnen ist, richtet sich nach seiner tatsächlichen Funktion und Verwendung.
Welche Verpflichtungen sich aus der PPWR ergeben, hängt unter anderem davon ab, welche rechtliche Rolle Sie im Zusammenhang mit einer Verpackung einnehmen. Je nach Einzelfall können insbesondere Hersteller, Erzeuger, Importeure, Vertreiber oder andere Wirtschaftsakteure betroffen sein.
Allein der Kauf eines bedruckten Verpackungsprodukts führt daher nicht automatisch in jedem Fall zu derselben rechtlichen Rolle. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Verwendung, die Gestaltung und Bereitstellung der Verpackung, die beteiligten Unternehmen sowie der Mitgliedstaat, in dem die Verpackung bereitgestellt beziehungsweise in Verkehr gebracht wird.
Wenn Sie von TipTopDruck bezogene Verpackungen oder Verpackungsbestandteile im Rahmen Ihrer eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit verwenden, weiterverkaufen, mit eigenen Produkten befüllen, unter eigener Marke bereitstellen, verändern oder in andere Länder verbringen, sollten Sie deshalb prüfen, welche gesetzlichen Verpflichtungen für Ihre konkrete Tätigkeit bestehen.
Abhängig von der jeweiligen gesetzlichen Rolle und der betroffenen Verpackung können unterschiedliche Anforderungen bestehen. Hierzu können insbesondere gehören:
→ Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Materialzusammensetzung
→ Vorgaben zur Vermeidung beziehungsweise Reduzierung unnötiger Verpackungen
→ Anforderungen an Wiederverwendbarkeit oder Rezyklatanteile
→ Kennzeichnungs- und Informationspflichten
→ Konformitätsbewertungen und technische Dokumentationen
→ Registrierungs- und Meldepflichten
→ Pflichten im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR)
→ Rücknahme-, Sammlungs- oder Verwertungspflichten.
Nicht jede dieser Pflichten gilt für jedes Produkt oder jeden Wirtschaftsakteur. Zudem werden einzelne Anforderungen der PPWR erst zu späteren Zeitpunkten verbindlich oder durch ergänzende Rechtsakte konkretisiert.
Wenn Sie bei TipTopDruck bestellte Verpackungen, Verpackungsbestandteile oder entsprechend verwendete Druckprodukte im Rahmen Ihrer eigenen geschäftlichen Tätigkeit weitergeben oder einsetzen, sollten Sie prüfen, welche gesetzlichen Vorschriften auf Ihre Tätigkeit Anwendung finden und welche Rolle Sie innerhalb der jeweiligen Lieferkette einnehmen.
Dies kann insbesondere relevant sein, wenn Sie:
→ Verpackungen mit eigenen Produkten befüllen und an Kunden weitergeben
→ Verpackungen oder Verpackungsbestandteile weiterverkaufen
→ Produkte unter Ihrem eigenen Namen oder Ihrer eigenen Marke vertreiben
→ Verpackungen verändern, kombinieren oder weiterverarbeiten
→ Waren oder Verpackungen grenzüberschreitend vertreiben oder exportieren.
Je nach Vertriebsland können neben der PPWR zusätzliche nationale Registrierungs-, Beteiligungs-, Melde-, Rücknahme- oder sonstige verpackungsrechtliche Vorschriften gelten.
Bei verpackungsrechtlichen Anforderungen kommt es wesentlich auf die Eigenschaften und den konkreten Aufbau des jeweiligen Produkts an. Maßgeblich sind daher insbesondere die für das bestellte Produkt angegebenen Materialien, Ausführungen und Produktspezifikationen.
Soweit für ein konkretes Produkt zusätzliche technische Informationen oder Nachweise verfügbar sind, können Sie sich an TipTopDruck wenden. Ob und welche Unterlagen für eine bestimmte Ausführung zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen Produkt und den zugehörigen Produktspezifikationen ab.
Wir empfehlen, erforderliche technische Informationen oder Nachweise bei rechtlich relevanten Verpackungsanwendungen möglichst bereits vor der Bestellung zu klären.
Nachhaltigkeitsaspekte bei Druckprodukten können von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem Materialart, Rohstoffeinsatz, Recyclingfähigkeit, Haltbarkeit, Produktionsweise, Transport, vorgesehene Nutzungsdauer und der spätere Entsorgungsweg.
TipTopDruck bietet bei verschiedenen Produktgruppen unterschiedliche Materialvarianten an. Je nach Produkt können hierzu beispielsweise Naturpapiere, Recyclingmaterialien, FSC®-zertifizierte Varianten, Graspapier, Materialien auf Basis von Bagasse oder PVC-freie Alternativen gehören.
Welche Materialien, Papierqualitäten, Grammaturen und Ausführungen tatsächlich verfügbar sind, entnehmen Sie bitte der jeweiligen Produktbeschreibung und den Auswahlmöglichkeiten im Onlineshop.
Bei ausgewählten Druckprodukten stehen unterschiedliche Papierqualitäten und Grammaturen zur Verfügung. Dazu können neben klassischen Bilderdruckpapieren auch Naturpapiere sowie Recyclingpapiere gehören.
Naturpapiere besitzen in der Regel eine ungestrichene Oberfläche und unterscheiden sich dadurch in Optik, Haptik und Druckwirkung von gestrichenen Papieren. Je nach Produkt sind unterschiedliche Grammaturen und Kombinationen für Inhalt und Umschlag auswählbar.
Bei ausgewählten Produkten bieten wir außerdem Recyclingpapiere mit dem Umweltzeichen Blauer Engel an. Die Kennzeichnung gilt ausschließlich für die jeweils entsprechend ausgewiesene Papier- beziehungsweise Produktvariante.
Welche Papierarten, Grammaturen, Recyclingqualitäten und Zertifizierungen für ein konkretes Druckprodukt verfügbar sind, entnehmen Sie bitte den jeweiligen Produktangaben und Auswahlmöglichkeiten im Onlineshop.
Bei ausgewählten Druckprodukten können Papier- und Materialvarianten aus FSC®-zertifizierten oder anderen kontrollierten Quellen verfügbar sein. Der Forest Stewardship Council® (FSC®) steht für Anforderungen an eine verantwortungsvollere Bewirtschaftung von Wäldern und an die nachvollziehbare Herkunft von Holz- und Papierprodukten innerhalb der Lieferkette.
Ob ein konkretes Druckprodukt beziehungsweise eine bestimmte Materialvariante als FSC®-zertifiziert angeboten oder produziert werden kann, richtet sich nach dem jeweiligen Produkt, dem eingesetzten Material und der vorgesehenen Produktionsausführung. Maßgeblich sind daher die Angaben und Auswahlmöglichkeiten beim jeweiligen Produkt.
Eine FSC®-Kennzeichnung oder eine entsprechende Zertifizierungsaussage auf einem Druckprodukt ist nur möglich, wenn die hierfür geltenden FSC®-Voraussetzungen innerhalb der Produktkette erfüllt sind. Die Verwendung eines FSC®-Kennzeichens darf daher nicht eigenständig in den Druckdaten vorgesehen werden, sofern dies für den betreffenden Auftrag nicht ausdrücklich als zulässige FSC®-Produktion vereinbart beziehungsweise freigegeben wurde.
Wenn für Ihre Bestellung eine FSC®-zertifizierte Ausführung erforderlich ist, empfehlen wir, dies vor Auftragserteilung mit TipTopDruck zu klären.
Bei ausgewählten Produkten stehen Materialien mit alternativen Faseranteilen zur Verfügung. Hierzu können beispielsweise Graspapier oder Materialien auf Basis von Bagasse gehören.
Diese Materialien unterscheiden sich je nach Zusammensetzung, Produkt und Anwendung von klassischen Papier- oder Kunststoffmaterialien und können eine charakteristische Optik und Haptik aufweisen.
Die konkreten Materialeigenschaften sowie Angaben zu Zusammensetzung, Recycling, Kompostierbarkeit oder einer bestimmten Verwendung richten sich ausschließlich nach den Angaben zur jeweiligen Produktvariante.
Für bestimmte Anwendungen stehen bei TipTopDruck auch PVC-freie Materialien zur Auswahl. Diese Varianten können eingesetzt werden, wenn bei einem Produkt bewusst auf PVC-haltige Materialien verzichtet werden soll.
Die Eigenschaft „PVC-frei“ bezieht sich dabei ausschließlich auf die angegebene Materialeigenschaft. Sie bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt unter allen Gesichtspunkten umweltfreundlicher, nachhaltiger oder vollständig recyclingfähig ist.
Begriffe und Aussagen wie „recycelbar“, „kompostierbar“, „PVC-frei“ oder andere umweltbezogene Eigenschaften können je nach Material, Produktaufbau, Verwendung und Entsorgungsweg unterschiedliche Voraussetzungen haben.
Konkrete Material- und Umweltaussagen beziehen wir deshalb grundsätzlich auf die jeweilige Produktvariante und die dort beschriebenen Eigenschaften. Eine einzelne Materialeigenschaft stellt keine pauschale Aussage über sämtliche Produkte von TipTopDruck oder über den gesamten Herstellungsprozess dar.
Bei der Produktauswahl sollten daher neben dem Material auch der vorgesehene Verwendungszweck, die erforderliche Haltbarkeit, die Auflagenhöhe, eine mögliche Weiterverarbeitung und der spätere Entsorgungsweg berücksichtigt werden.
Wenn ein Druckprodukt später als Verpackung, Etikett, Lebensmittelkennzeichnung oder sonstiges kennzeichnungspflichtiges Produkt verwendet wird, können zusätzliche gesetzliche Vorgaben für Inhalt und Gestaltung bestehen.
Die inhaltliche Prüfung solcher gesetzlichen Pflichtangaben ist grundsätzlich nicht Bestandteil einer normalen Druckdatenprüfung. Der Auftraggeber ist daher dafür verantwortlich, dass von ihm bereitgestellte Texte, Kennzeichnungen, Symbole, Produktangaben und sonstige Inhalte den für seine konkrete Verwendung geltenden gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Bei der Lieferung oder dem späteren Vertrieb von Waren und Verpackungen in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in Drittländer können zusätzliche nationale Vorschriften gelten.
Insbesondere Registrierungs-, Melde-, Beteiligungs-, Kennzeichnungs- und Rücknahmepflichten können je nach Land unterschiedlich ausgestaltet sein. Unternehmen, die Verpackungen grenzüberschreitend vertreiben, sollten deshalb die Anforderungen des jeweiligen Zielmarktes berücksichtigen.
Die PPWR enthält verschiedene Übergangsfristen. Zudem können Durchführungsrechtsakte, delegierte Rechtsakte, Leitlinien und weitere Vorgaben einzelne technische Anforderungen, Kennzeichnungen, Berechnungsmethoden oder Nachweispflichten weiter konkretisieren.
Unternehmen, die regelmäßig Verpackungen herstellen, verwenden oder vertreiben, sollten daher die weitere Entwicklung der europäischen und nationalen Vorschriften berücksichtigen. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen und veröffentlichten Vorgaben der zuständigen europäischen und nationalen Stellen.
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Welche gesetzlichen Verpflichtungen im konkreten Einzelfall bestehen, hängt insbesondere vom jeweiligen Produkt, der tatsächlichen Verwendung, der Rolle des Unternehmens innerhalb der Lieferkette und dem jeweiligen Vertriebsland ab.
Bei rechtlich oder wirtschaftlich bedeutenden Verpackungsanwendungen empfehlen wir, die für Ihr Unternehmen geltenden Anforderungen anhand der aktuellen gesetzlichen Vorschriften zu prüfen und bei Bedarf fachkundigen rechtlichen Rat einzuholen.
Ergänzende vertragliche Regelungen finden Sie in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Bei Fragen zu Produkten, Materialien oder verfügbaren Ausführungen finden Sie unsere aktuellen Kontaktdaten im Impressum sowie in der Fußzeile unserer Website.